7. Oktober 2013

Review und Tutorial: Sante Henna "Naturrot" (PHF)

Ich färbe meine Haare, seitdem ich ungefähr 14 war. Ich hatte schon schwarze, knallrote, blaue, grüne, lila, pinke, nochmal knallrote und wieder schwarze Haare. Nach einigen erfolglosen Versuchen, mir eine lange Mähne zu züchten und der 5 Jahre anhaltenden Frisör-Resistenz habe ich mich im letzten Jahr dazu entschieden, Henna, bzw. Pflanzenhaarfarben (PHF), mal eine Chance zu geben.

Ich habs also ausprobiert und nach ziemlich viel Rumgematsche, gewöhnungbedürftigem Geruch und stundenlanger Einwirkzeit hatte ich schon mal ein schönes Ergebnis. Das habe ich dann mit einer zweiten Anwendung geschichtet und insgesamt glaube ich 7 Mal wiederholt, bis ich im letzten Jahr dann dieses tolle Ergebnis hatte:


Ich wurde nicht angesprochen, ob ich mir die Haare gefärbt hatte, sondern wie ich meine Haare wieder so schön natürlich hinbekommen hatte nach den ganzen Färbe-Orgien. Na, so solls doch sein!
Allerdings hatte ich dann wieder den Drang, knallebunt zu sein, habe mir Directions reingemacht, danach mit L'Oréal chemisch gefärbt bis ich vor ein paar Monaten gemerkt habe, dass mir durch die Chemiekeule die Haare strähnchenweise ausfallen. Das war nun wirklich nicht das, was ich wollte.

Ich habe mir also im DM wieder eine Packung PHF von Sante geschnappt und bin jetzt dabei, meine Haare zu kräftigen, eine schöne Farbe zu erreichen und meine Naturhaarfarbe zu betonen. Denn im Endeffekt ist das immer die Farbe, die einem am besten steht.

Pflanzenhaarfarbe 'Naturrot' von Sante
Eine Packung reicht für meine etwas schulterlangen Haare gerade so aus.

Enthalten sind für 5,95€ (Preis bei DM) 100g grünliches Pulver, dass etwas nach einer Mischung aus losem, schwarzen Tee und Heu riecht.

Vielleicht ist es meine Gewöhnung oder meine Kindheit auf dem Land, aber ich mag den Geruch total gern.




Das Pulver soll man am besten mit heißem Wasser oder heißem Tee aufgießen. Der Tee (man kann übrigens auch Rotwein oder Essig hinzufügen) soll die rote Farbe noch verstärken. 300 ml reichen schon aus, auch wenn es etwas dauert, bis man das ganze Pulver verührt hat.
Danach sieht die Pampe noch ziemlich... naja, pampig aus.

Das fertig angerührte Henna. Sieht irgendwie aus wie ein Kuhfladen und riecht auch ähnlich. ^^

Man lässt es dann noch etwas abkühlen. Zumindest soweit, dass man es auf den Kopf auftragen kann, ohne sich zu verbrennen. Allerdings sollte es wirklich so warm wie möglich auf die Haare, weil Hitze die Farbe intensiviert. In der Zeit kann man am besten seine Haare nochmal mit einem milden Shampoo ohne Silikone waschen (sollte man sowieso) und es antrocknen lassen.

Ich muss aber ganz ehrlich sagen, dass das Auftragen bei mir auch nach der recht langen Übungszeit noch ein totaler Krampf ist. Der einzige Minuspunkt an den PHF von Sante ist nämlich, dass viele gröbere Körner drin sind, die die Haare irgendwie verfilzen. Wer bisher nur mit Chemie gefärbt hat, sollte sich da vielleicht helfen lassen, da man oft nur die äußeren Haare einer Strähne einschmiert, aber die "Innenhaare" vergisst.
Wenn die Haare nun handtuchtrocken und gut durchgekämmt sind, kann die Pampe aufgetragen werden.
Wichtig ist, dass ihr Handschuhe benutzt und eventuell eure Stirn und Ohren mit Creme schützt, sonst habt ihr orange Hände und Haut wie nach Bräunungscreme. 

Meine Ausgangsfarbe war fast meine Naturfarbe, allerdings mit einen leichten Grünstich - wieso auch immer.



Wenn man alle Haare bedeckt hat setzt man die Haube auf. Man kann das Ganze auch noch anföhnen und mit einem Handtuch warm halten. Empfohlen ist eine Einwirkzeit von mindestens 4 Stunden, aber ich lasse es meist über Nacht oder den ganzen Tag lang einwirken. Zwischendurch föhne ich immer warm nach.
Flecken auf kann man leicht abwaschen, bzw. mit Makeup-Entferner abwischen. Angetrocknetes Henna bröselt leicht und man sollte sehen, dass möglichst viele Haare unter der Haube sind, damit nicht alles vollbröselt.

Ein wirklich hocherotischer Anblick: ungeschminkt, mit Kuhfladen
auf dem Kopf und in Plastik eingewickelt. xD

Nach meist so 8-10 Stunden wasche ich die Farbe aus. Das dauert meist recht lange, weil sich natürlich der ganze "Schlamm" und die Körnchen lösen müssen. Manchmal ist das echt schwierig und selbst nach 10 Minuten ausspülen findet man noch Stellen, in denen sich viel PHF festgesetzt hat. Es wird zwar gesagt, dass man nicht mit Shampoo spülen soll, aber anders kann ich mir da nicht helfen.
Ich benutze dazu silikonfreie Balea-Shampoos und Spülung, danach ist definitiv alles raus.

Und seit dem letzten Färben habe ich wieder ein schönes Orangerot.


Falls ihr noch mehr zum Färben mit Henna wissen wollt, empfehle ich euch das Langhaar-Wiki. Dort sind auch Ursachen für nicht so tolle Ergebnisse genannt und es gibt einen tollen Artikel zu Pflanzenhaarfarben allgemein. Und für die Mädels, die auch auf Kleiderkreisel unterwegs sind, empfehle ich den Henna-Sammelthread. Die Mädels da beantworten euch jede Frage auch zu anderen Marken und Techniken, geben tolle Tipps und sind wirklich nett. :)

Wie siehts aus, habt ihr schon mal mit Pflanzenhaarfarben gefärbt oder greift ihr lieber 
zu "normalen" Färbungen/ Tönungen? Oder sind eure Haare naturbelassen?


Liebe Grüße, eure

Kommentare:

  1. Was für ein super Post! Henna hatte ich auch nie in mein Leben gelassen, und die Einwirkzeit ist ja mal krass, aber wenn das nicht so krass schädigend für unsere Lieblinge ist, sollte ich das auch mal probieren :D
    Toll, Danke !!!:)

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    1. Wie gesagt, der Geruch ist wirklich gewöhnungsbedürftig, aber es ist im Grunde genommen sogar wie eine Kur für die Haare. Henna legt sich um die Haare herum und dringt nicht in die Haare ein wie Chemie. Bei ner normalen Färbung raut die Farbe die Haare auf und färbt im Haar die eigenen Zellen um. Und bei Henna geht nichts ins Haar rein.
      Man kann Henna auch über chemisch gefärbte Haare anwenden, andersrum wirds allerdings meist schwierig.
      :)

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    2. Ach, und es gibt natürlich mehr Farben als nur die, die ich benutze. Braun, dunkles Rot und mit Indigo kann man im Prinzip auch schwarz erreichen.
      Wenn man die Haare nicht färben, sondern nur kräftigen will, kann man auch "farbloses Henna" benutzen. Damit hab ich aber keine Erfahrungen bisher.

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  2. Danke für deinen tollen Beitrag!
    Vielleicht kannst du mir ja weiterhelfen... Ich färbe zum ersten Mal mit Henna rot und hätte gerne ein nicht allzu dunkles und auffäliges rot. Meine Ausgangsfarbe ist mittel bis dunkelblond. Was glaubst du, wie lande ich "Sante Naturrot" drin lassen sollte? Ich färbe heute, weil ich nicht warten kann und bald Karneval ist ;)

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    1. Oh mann, sorry dass ich jetzt erst antworte. Es kommt darauf an, was du für Haare hast, ob fein oder dick, glatt oder lockig; was du für Pflegeprodukte verwendest und wie deine Naturhaarfarbe nun aussieht. Ohne Bild ist das immer etwas schwierig.

      Mit den Sante-Haarfarben erziele ich selten ein wirkliches Rot; das geh eher so in Richtung Orange (was ich ja auch möchte). Falls du bei Kleiderkreisel angemeldet bist würde ich dir raten mal im "[Sammelthread] Alles über Henna im Haar" vorbeizuschauen. Die Mädels da haben wirklich sehr viel Ahnung und können dir weiterhelfen, falls es nicht geklappt hat (was ich aber hoffe). :)

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  3. Tolles Ergebnis. Sante finde ich auch toll!!!

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    1. Mittlerweile bin ich ja auf das Henna von Müller umgestiegen, da mir Sante im Vergleich etwas zu grobkörning ist/ war, aber für Anfänger ist das durchaus immer noch meine Empfehlung. :)

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